Mit KI‑gestützter Sicherheit:
BASF plant neues Gefahrenabwehrzentrum
Der BASF-Standort Ludwigshafen zählt zu den größten Chemiestandorten weltweit – und zu den komplexesten. Um den hohen Sicherheitsstandard langfristig zu sichern, entsteht derzeit ein hochmodernes Gefahrenabwehrzentrum (GAZ), das 2028 in Betrieb gehen soll. Es wird künftig rund 130 Spezialistinnen und Spezialisten aus Werkfeuerwehr, Umweltüberwachung, Standortsicherheit und der integrierten Leitstelle an einem Ort bündeln.
GIT SICHERHEIT sprach dazu mit Dr. Martin Kaller, der seit November 2025 die neu geschaffene Einheit Emergency Response & Site Security leitet.
Ein Zentrum, das alle Kräfte vereint
Das neue GAZ ersetzt die Wache Süd und schafft erstmals räumliche und prozessuale Nähe sämtlicher nicht-medizinischer Gefahrenabwehrkräfte. Auf fünf Etagen entstehen moderne Arbeits- und Aufenthaltsbereiche, Werkstätten und Labore. Die Fahrzeughalle bietet Platz für 19 Einsatz- und Spezialfahrzeuge sowie zusätzliche Stellplätze für die Umweltüberwachung.
Durch die strategische Lage im Werksteil Süd können Einsatzfahrzeuge künftig direkt vom BASF-Gelände ausrücken – ohne öffentliche Straßen queren zu müssen. Das sorgt für wertvolle Sekunden bei kritischen Einsatzlagen.
Dr. Kaller betont im Gespräch, dass die Anforderungen an Sicherheitsorganisationen in den vergangenen Jahren stark gestiegen seien: „Wir sehen komplexere Produktionsprozesse, eine höhere gesellschaftliche Erwartungshaltung und neue Risikodimensionen – von Extremwetter über Cyberangriffe bis zu Störungen in globalen Lieferketten. Unser neues Gefahrenabwehrzentrum ist die Antwort darauf.“
Krisenmanagement der nächsten Generation
Von Ludwigshafen aus wird künftig auch das konzernweite Krisenmanagement unterstützt. Dafür entstehen modern ausgestattete Krisenstabsräume, in denen Technische Einsatzleitung, Lenkungsausschuss und weitere Einheiten zusammenarbeiten können. Durch digitale Vernetzung und KI‑gestützte Analysesysteme soll die Lagebeurteilung in kritischen Momenten deutlich schneller erfolgen.
Ein wichtiges Ziel des Neubaus: Daten aus Sensorik, Prozessleitsystemen und Umweltmonitoring sollen in Echtzeit verfügbar sein – eine Grundlage, um Entscheidungen verlässlicher zu treffen und Risiken frühzeitig zu erkennen. Damit setzt BASF neue Maßstäbe für Standortschutz in der europäischen Chemieindustrie.
Das vollständige Interview mit Dr. Martin Kaller, Leiter Emergency Response & Site Security bei BASF lesen Sie hier auf GIT-SICHERHEIT.de

Dr. Martin Kaller ist Leiter der neu gegründeten Einheit Emergency Response & Site Security am BASF-Standort Ludwigshafen

VSW-Mainz / Daniel Fai